Kirchenbedarf Taufe
Die Taufe ist mehr als ein festlicher Anlass: Sie ist das Sakrament, in dem Gott einem Menschen seine Nähe und seinen Segen zuspricht. Mit der Taufe beginnt sichtbar der Weg in die Gemeinschaft der Kirche. Am häufigsten findet eine Taufe im Babyalter statt, es kann jedoch auch ein späterer Zeitpunkt gewählt werden. Sie hat ihren Ursprung darin, dass Jesus von Johannes im Fluss Jordan getauft wurde. Die Taufe erfolgt entweder durch einen Priester oder einen Diakon und folgt einem klaren Ablauf. Sie gehört zusammen mit Erstkommunion und Firmung zu den sogenannten Initiationssakramenten.
Was brauche ich alles für die Taufe?
Taufkerzen
Die Taufkerze ist ein fester Bestandteil vieler Tauffeiern. Sie symbolisiert das Licht Christi und erinnert daran, dass Gott den Täufling auf seinem Lebensweg begleitet. Häufig wird die Taufkerze individuell gestaltet und mit dem Namen des Täuflings sowie dem Datum der Taufe versehen.
Beliebte Motive auf Taufkerzen sind christliche Symbole wie Kreuz, Lebensbaum, Regenbogen und Schutzengel. Das Kreuz verweist auf Jesus Christus und den christlichen Glauben. Der Lebensbaum steht für Leben, Hoffnung und Verwurzelung in Gott. Der Regenbogen erinnert an Gottes Bund mit den Menschen und an seine Treue. Schutzengel sind ein Zeichen dafür, dass Gott den Menschen behütet und begleitet. So wird die Taufkerze zu einer persönlichen und bedeutungsvollen Erinnerung an diesen besonderen Tag.
Taufkerzen mit diversen Motiven
Religiöse Geschenke zur Taufe
Zur Taufe werden traditionell Geschenke von Eltern, Verwandten und Freunden überreicht: Neben Glückwunschkarten mit religiösen Texten erfreuen sich Figuren von Schutzengeln, Medaillen und Taufringe großer Beliebtheit. Sie symbolisieren die Verbundenheit des Täuflings mit Gott. Auch Wandkreuze oder Weihwasserkessel werden gerne gewählt.
Taufkleidung
Das klassische Taufkleid ist meist in festlichem Weiß gehalten und oft mit feiner Stickerei gearbeitet. Die Farbe Weiß steht in der Taufe für Licht, Reinheit und den Neubeginn im Glauben. Wichtig ist, dass das Taufkleid angenehm zu tragen, leicht anzuziehen und aus weichen, pflegeleichten Materialien gefertigt ist.
In manchen Gemeinden oder Familien wird ein Taufkleid von der Kirche zur Verfügung gestellt oder als Familientradition weitergegeben. Üblich ist jedoch, dass die Eltern das Taufkleid selbst für ihren Täufling auswählen oder kaufen. So wird es oft zu einer persönlichen und bleibenden Erinnerung an diesen besonderen Tag.
Was passiert bei einer katholischen Taufe?
Der Priester oder Diakon gießt bei der Taufe dreimal Wasser über den Kopf des Täuflings und spricht dabei die Worte: „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Die Taufe findet meist im Rahmen eines Taufgottesdienstes oder einer Eucharistiefeier in der Kirche statt und gliedert sich in drei Teile:
1. Eröffnung
Im Eröffnungsteil der Tauffeier begrüßt der Priester oder Diakon die Gemeinde und erfragt den Namen des zu taufenden Kindes. Der nachfolgende Dialog erfolgt nach festen Vorgaben: Auf die Frage, was sie von der Kirche für ihr Kind erbitten, antworten die Eltern mit: „die Taufe“. Im Anschluss werden Eltern und Paten nach ihrem Willen befragt, das Kind im Glauben zu erziehen, worauf sie antworten: „ich bin bereit“. Nun zeichnet der Priester – gefolgt von Eltern, Paten und weiteren Familienangehörigen – ein Kreuz auf die Stirn des Kindes. Als abschließender Teil der Eröffnung wird ein Gebet gesprochen.
2. Wortgottesdienst
Im nächsten Teil der Tauffeier wird der Wortgottesdienst vollzogen, beginnend mit dem Vorlesen eines Textes aus der Bibel. Im Anschluss erfolgt die Ansprache des Priesters: Hier kann Ihr ausgewählter Taufspruch in den Ablauf eingebaut werden. Darauf folgt die Anrufung der Heiligen. In diese Heiligenlitanei können die Namen der Eltern, Geschwister und Taufpaten aufgenommen werden. Nach jeder Anrufung antwortet die Gemeinde mit “bitte für uns“. Anschließend werden Fürbitten gehalten, auf welche die Gemeinde erwidert: "Herr, erhöre uns" oder "wir bitten dich, erhöre uns".
3. Tauffeier
Der dritte Teil ist die Tauffeier, während der die Eltern und Paten allem Bösen widersagen und sich zum Glauben bekennen. Darauf folgt die eigentliche Taufe, bei welcher der Kopf des Kindes dreimal mit Wasser benetzt wird und der Priester die Taufe mit den Worten vollzieht: "Ich taufe dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes." Danach wird die Stirn des Kindes mit Chrisamöl gesalbt und der Priester hält folgende Ansprache: "Dieses weiße Kleid soll dir ein Zeichen dafür sein, dass du in der Taufe neu geschaffen worden bist und, wie in der Schrift steht, Christus angezogen hast. Bewahre diese Würde für das ewige Leben."
Im Anschluss wird die Taufkerze an der Osterkerze entzündet. Abschließend findet der Effata-Ritus statt, bei dem das Kind mit den folgenden Worten adressiert wird: "(Name des Kindes), der Herr lasse dich heranwachsen, und wie er mit dem Ruf 'Effata' dem Taubstummen die Ohren und den Mund geöffnet hat, öffne er auch dir Ohren und Mund, dass du sein Wort vernimmst und den Glauben bekennst zum Heil der Menschen und zum Lobe Gottes." Nach einem abschließenden Vaterunser, gefolgt von einem Abschlusslied, findet die Segnung des Kindes, der Eltern und der Paten statt.
Taufpaten: die Bezugspersonen
In der Regel werden von den Eltern zwei Taufpaten ausgewählt, meistens handelt es sich um Freunde oder Geschwister der Elternteile. Die Aufgabe der Paten besteht darin, das Kind auf seinem Lebens- und Glaubensweg zu begleiten und ihm generell in allen Lebenslagen unterstützend zur Seite zu stehen. Die Paten können nicht abgesetzt werden oder aus dem Taufregister gelöscht werden. Deshalb sollten Sie bei ihrer Auswahl große Sorgfalt walten lassen. Die Pflichten der Taufpaten beinhalten die Unterstützung der Eltern. Die moralische Verpflichtung ist bedeutend, denn als Taufpate wird das Versprechen abgegeben, dem Kind nötigenfalls ein Zuhause zu bieten. Es besteht also eine lebenslange Verantwortung auf Seiten der Paten.
Die Taufpaten übernehmen in der Zeremonie festgelegte rituelle Aufgaben: Sie halten das Kind während der Segnung mit Weihwasser sowie die Taufkerze.
Taufsprüche & Taufwünsche
- Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! (Philipper 4,6)
- Die Liebe hört niemals auf. (1. Korinther 13,8a)
- Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein. (1.Mose 12,2)
- Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen. (Psalm 91,11)
- Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. (Psalm 139,14)
FAQ rund um die Taufe
1.Wann wird getauft?
Bei Kindern entscheiden die Eltern über den Zeitpunkt der Taufe. Vorher findet ein Taufgespräch statt, in dem grundlegende Fragen geklärt werden. Hier erhalten die Eltern die Möglichkeit, alle ihre Fragen zum Glauben zu stellen. Mit 14 Jahren werden Kinder jedoch religionsmündig und können selbst entscheiden, ob und welcher Religion sie angehören möchten.
2. Wer darf Taufpate sein?
Die Wahl der Taufpaten unterliegt bestimmten Voraussetzungen und ihre Pflichten sind genau definiert. Voraussetzung für die Übernahme der Patenschaft ist die Zugehörigkeit zu der Konfession, in die der Täufling aufgenommen wird. In der katholischen Kirche müssen sie außerdem getauft, gefirmt und mindestens 16 Jahre alt sein. In der evangelischen Kirche gilt ein Mindestalter von 14 Jahren – Taufe und Konfirmation sind Voraussetzung.
3. Warum gibt es Kindertaufe?
Die Kindertaufe stellt das erste und wichtigste Sakrament im Christentum dar und zählt zu den drei Initiationssakramenten in der katholischen Kirche. Das Ritual der Taufe blickt auf eine lange Tradition zurück, mit Wurzeln im Judentum. Der Ursprung der heutigen Taufe liegt bei Johannes dem Täufer.
4. Welche Unterlagen brauchen wir für die Taufe unseres Kindes?
Für die Taufe Ihres Kindes benötigen Sie die Geburtsbescheinigung für kirchliche Zwecke, die Sie auf dem Standesamt erhalten. Darüber hinaus müssen Personalausweise, die Heiratsurkunde der Eltern sowie die Bescheinigung über die Kirchenzugehörigkeit der Paten vorliegen. Gegebenenfalls bringen Sie auch Ihre eigenen Taufscheine mit.

